SCK-Radsportgruppe mit 4 Startern bei den Vattenfall Cyclassics
Jörg mit einem Schnitt von über 37 km/h auf Platz 603 in seiner Altersklasse der Senioren 2.
Das Radfahren reifere Herren besonders anzieht, dass ist uns ja hinlänglich bekannt. Das wird auch besonders deutlich, wenn man sich die Ergebnislisten der Cyclassics ansieht. So hat nicht nur ein Starter jenseits der 50 das Jedermann-Rennen auf der 100 km-Distanz gewonnen sondern von den ersten 50 waren allein 20 Fahrer älter als 50 Jahre.
Unser Jörg - gerade erst von seiner Transalp zurück und wieder vom MTB auf das Rennrad gewechselt - hat in dieser besonders stark vertretenen Altersklasse den ausgezeichneten 603. Platz belegt und die 100 km in 2h 46m zurückgelegt, was einem Schnitt von 37,24 km/h entspricht. Hut ab.


Bericht von Thomas Thomalla
Wie immer am Samstag über die Messe gebummelt und das eine oder andere Traumrad bewundert. Dann am Abend bis um halb zehn am Rad rumgeschraubt, Klamotten zurechtgelegt und Fahrradträger montiert. Die Wetteraussichten für den Sonntag habe ich schon die ganze Woche verfolgt und je näher die Cyclassics rückten desto besser wurden sie!
Sonntagmorgen also das Rad auf den Träger und ab in die City (ich parke immer in Hammerbrook und fahre dann mit dem Rad weiter). Meine Startzeit sollte um 8:30 sein und ich war um kurz nach acht am Burchardtplatz, konnte also erst mal in Ruhe „frühstücken“ . Da ich im Vorjahr ziemlich weit vorne im Block stand und damit schlechte Erfahrungen gemacht habe (Ab Hittfeld ziemlich alleine unterwegs), bin ich erst um 8:20 in die Startaufstellung gegangen. Stand dadurch etwa im hinteren Drittel. Angerollt sind wir dann aber erst um ca. 8:50. Egal, endlich ging es los !
Im Hafen habe ich mit kleinen Zwischensprints die kleineren Lücken zwischen den Gruppen überbrückt und mich Stück für Stück nach vorne gearbeitet. Ab Helmstorf konnte ich mich in eine kleine Gruppe aus 2 Teams mit 7 Fahrern einklinken, die das für mich passende Tempo fuhren. Vor dem „Anstieg“ in Dirkshausen nahm ich etwas raus und habe die anderen fahren lassen. An der Kuppe hatte ich sie dann wieder … ist doch schon ein Vorteil wenn man das Streckenprofil kennt. So lief es bis Buchholz super weiter bis das eine Team doch tatsächlich zur Versorgung abgebogen
ist. Nun war die Gruppe um vier Köpfe kleiner, lief aber noch recht passabel. Zwischen Vaensen und Eckel verlor einer der Jungs sein Handy aus der Trikottasche, was ihn und seine 2 Kollegen zum anhalten bewegte. Nun war ich zwar meinen Zug los, bekam aber bei der Superstimmung und der Anfeuerung durch meine Lieben in Nenndorf neue Motivation. Überhaupt, fand ich die Stimmung an der Strecke wesentlich besser als im Vorjahr. Ich ging also wieder auf die Taktik „Gruppen-Hüpfen“. War teilweise ziemlich Kräfte raubend, da der Wind immer stärker wurde (schon komisch, wie muss man eigentlich fahren, wenn man mal Rückenwind haben will?!?). Leider kam kein Zug mehr von hinten, wo man hätte mitgehen können (Was kam, hatte gefühlte 30 km/h Überschuss). Langenrehm erreicht, yeah höchster Punkt der Runde! Jetzt geht´s nur noch Berg ab, naja fast!
Am Ehestorfer Heuweg die Abfahrt genossen und gefreut, dass die Strecke nicht andersrum läuft. Als mir auf dem Weg zum Scheitelpunkt der Köhlbrandbrücke der Schweiß von der Stirn in die Brille lief, wunderte ich mich, warum ausgerechnet hier oben Windstille herrscht. Auf Höhe der Elbbrücken im Freihafen kamen mir dann auch schon die Profis entgegen. An der U-Bahn Baustelle in der Hafencity wurde es dann doch noch mal brenzlig für mich. Eine Trantüte hat mich voll geschnitten, was ich mit einer artistischen Einlage ausbalancieren konnte. Mensch Junge, so kurz vorm Ziel… Ich glaube er war schon ziemlich kaputt, denn er merkte nicht mal das ich mit meinem Vorderrad sein Hinterrad touchierte. Egal!
Felderteilung, abbiegen in den Ballindamm, Jungfernstieg, Gänsemarkt… es kribbelt schon mächtig. Valentinskamp hoch, Axel Springer Haus, Stadthausbrücke, am Rathaus vorbei, wo ich
vorhin gestartet bin und da ist sie schon, die Mönkebergstrasse. Gänsehaut pur, wenn tausende Zuschauer auf den Werbebanden trommeln und Dich ins Ziel tragen! Einfach nur GEIL !!!!!
Transponder abgegeben, noch die eine oder andere Banane verdrückt und einen Eimer Isogetränk geext und dann wieder zum Auto. In Hittfeld waren die Profis schon durch. Zu Hause geduscht und wieder aufs Rad. Diesmal aber das Hardtail, da ich es etwas komfortabler haben wollte. Bin dann nach Nenndorf gefahren, wo ich die Pros um ein paar Minuten verfehlt habe. Habe mich für meine Leistung dann mit dem einen oder anderen Bierchen belohnt und dann das Finale im Fernsehen verfolgt.
Fazit:
Mein Ziel ist jedes Jahr gesund und pannenfrei anzukommen. Die ehrgeizige Seite von mir verlangte eine Zeit unter drei Stunden, einen Schnitt von 35 und eine Verbesserung von ca. 400 Plätzen im Klassement.
Den Schnitt von 35 hat mir wohl der Wind versaut (34,75 km/h). Drei Stunden unterboten (2:58:01). Zum Vorjahr mehr als 1300 Plätze gutgemacht (Platz 4070), was zeigt, dass andere noch mehr Probleme mit dem Wind hatten ;-)
Bin also mit meiner Leistung zufrieden! Auch wenn es wieder diverse Unfälle gab, es ist bei 22.000 Teilnehmern nicht vermeidbar, denke ich das es ein wirklich einmaliges Event ist und werde sicher am 15.08.2010 wieder fahren.
Super Thomas und Danke für Deinen Bericht
Wolfgang