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SCK-Radsportgruppe mit 4 Startern bei den Vattenfall Cyclassics

by Wolfgang Tank posted on 16.08.2009 16:10 last modified 20.08.2009 07:20

Jörg mit einem Schnitt von über 37 km/h auf Platz 603 in seiner Altersklasse der Senioren 2.

Das Radfahren reifere Herren besonders anzieht, dass ist uns ja hinlänglich bekannt. Das wird auch besonders deutlich, wenn man sich die Ergebnislisten der Cyclassics ansieht. So hat nicht nur ein Starter jenseits der 50 das Jedermann-Rennen auf der 100 km-Distanz gewonnen sondern von den ersten 50 waren allein 20 Fahrer älter als 50 Jahre.

Unser Jörg - gerade erst von seiner Transalp zurück und wieder vom MTB auf das Rennrad gewechselt - hat in dieser besonders stark vertretenen Altersklasse den ausgezeichneten 603. Platz belegt und die 100 km in 2h 46m zurückgelegt, was einem  Schnitt von 37,24 km/h entspricht. Hut ab.









Bericht von Thomas Thomalla

Kommentar von Wolfgang Tank am 19.08.2009 19:47
Folgenden Bericht hat mir Thomas geschickt, den ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Wie immer am Samstag über die Messe gebummelt und das eine oder andere Traumrad bewundert. Dann am Abend bis um halb zehn am Rad rumgeschraubt, Klamotten zurechtgelegt und Fahrradträger montiert. Die Wetteraussichten für den Sonntag habe ich schon die ganze Woche verfolgt und je näher die Cyclassics rückten desto besser wurden sie!

Sonntagmorgen also das Rad auf den Träger und ab in die City (ich parke immer in Hammerbrook und fahre dann mit dem Rad weiter). Meine Startzeit sollte um 8:30 sein und ich war um kurz nach acht am Burchardtplatz, konnte also erst mal in Ruhe „frühstücken“ . Da ich im Vorjahr ziemlich weit vorne im Block stand und damit schlechte Erfahrungen gemacht habe (Ab Hittfeld ziemlich alleine unterwegs), bin ich erst um 8:20 in die Startaufstellung gegangen. Stand dadurch etwa im hinteren Drittel. Angerollt sind wir dann aber erst um ca. 8:50. Egal, endlich ging es los !

Im Hafen habe ich mit kleinen Zwischensprints die kleineren Lücken zwischen den Gruppen überbrückt und mich Stück für Stück nach vorne gearbeitet. Ab Helmstorf konnte ich mich in eine kleine Gruppe aus 2 Teams mit 7 Fahrern einklinken, die das für mich passende Tempo fuhren. Vor dem „Anstieg“ in Dirkshausen nahm ich etwas raus und habe die anderen fahren lassen. An der Kuppe hatte ich sie dann wieder … ist doch schon ein Vorteil wenn man das Streckenprofil kennt. So lief es bis Buchholz super weiter bis das eine Team doch tatsächlich zur Versorgung abgebogen
ist. Nun war die Gruppe um vier Köpfe kleiner, lief aber noch recht passabel. Zwischen Vaensen und Eckel verlor einer der Jungs sein Handy aus der Trikottasche, was ihn und seine 2 Kollegen zum anhalten bewegte. Nun war ich zwar meinen Zug los, bekam aber bei der Superstimmung und der Anfeuerung durch meine Lieben in Nenndorf neue Motivation. Überhaupt, fand ich die Stimmung an der Strecke wesentlich besser als im Vorjahr. Ich ging also wieder auf die Taktik „Gruppen-Hüpfen“. War teilweise ziemlich Kräfte raubend, da der Wind immer stärker wurde (schon komisch, wie muss man eigentlich fahren, wenn man mal Rückenwind haben will?!?). Leider kam kein Zug mehr von hinten, wo man hätte mitgehen können (Was kam, hatte gefühlte 30 km/h Überschuss). Langenrehm erreicht, yeah höchster Punkt der Runde! Jetzt geht´s nur noch Berg ab, naja fast!

Am Ehestorfer Heuweg die Abfahrt genossen und gefreut, dass die Strecke nicht andersrum läuft. Als mir auf dem Weg zum Scheitelpunkt der Köhlbrandbrücke der Schweiß von der Stirn in die Brille lief, wunderte ich mich, warum ausgerechnet hier oben Windstille herrscht. Auf Höhe der Elbbrücken im Freihafen kamen mir dann auch schon die Profis entgegen. An der U-Bahn Baustelle in der Hafencity wurde es dann doch noch mal brenzlig für mich. Eine Trantüte hat mich voll geschnitten, was ich mit einer artistischen Einlage ausbalancieren konnte. Mensch Junge, so kurz vorm Ziel… Ich glaube er war schon ziemlich kaputt, denn er merkte nicht mal das ich mit meinem Vorderrad sein Hinterrad touchierte. Egal!

Felderteilung, abbiegen in den Ballindamm, Jungfernstieg, Gänsemarkt… es kribbelt schon mächtig. Valentinskamp hoch, Axel Springer Haus, Stadthausbrücke, am Rathaus vorbei, wo ich
vorhin gestartet bin und da ist sie schon, die Mönkebergstrasse. Gänsehaut pur, wenn tausende Zuschauer auf den Werbebanden trommeln und Dich ins Ziel tragen! Einfach nur GEIL !!!!!

Transponder abgegeben, noch die eine oder andere Banane verdrückt und einen Eimer Isogetränk geext und dann wieder zum Auto. In Hittfeld waren die Profis schon durch. Zu Hause geduscht und wieder aufs Rad. Diesmal aber das Hardtail, da ich es etwas komfortabler haben wollte. Bin dann nach Nenndorf gefahren, wo ich die Pros um ein paar Minuten verfehlt habe. Habe mich für meine Leistung dann mit dem einen oder anderen Bierchen belohnt und dann das Finale im Fernsehen verfolgt.

Fazit:

Mein Ziel ist jedes Jahr gesund und pannenfrei anzukommen. Die ehrgeizige Seite von mir verlangte eine Zeit unter drei Stunden, einen Schnitt von 35 und eine Verbesserung von ca. 400 Plätzen im Klassement.

Den Schnitt von 35 hat mir wohl der Wind versaut (34,75 km/h). Drei Stunden unterboten (2:58:01). Zum Vorjahr mehr als 1300 Plätze gutgemacht (Platz 4070), was zeigt, dass andere noch mehr Probleme mit dem Wind hatten ;-)

Bin also mit meiner Leistung zufrieden! Auch wenn es wieder diverse Unfälle gab, es ist bei 22.000 Teilnehmern nicht vermeidbar, denke ich das es ein wirklich einmaliges Event ist und werde sicher am 15.08.2010 wieder fahren.

Super Thomas und Danke für Deinen Bericht

Wolfgang

noch ein Bericht von Uwe

Kommentar von Wolfgang Tank am 31.08.2009 16:00
Hallo an alle RR-Fahrer + Cyclassics-Teilnehmer,
ich hoffe die anderen Cyclassics-Teilnehmer sind wie ich, mehr, oder weniger gut im Ziel angekommen. Anbei mein Erlebnisbericht (im wahrsten Sinne des Wortes) eines Cyclassic-Tags voller Höhen und Tiefen, sowie einem Wechselbad der Gefühle, den ich bestimmt nicht mehr vergessen werde… Doch der Reihe nach.

Nachdem mich der Wecker unsanft geweckt hatte, war beim Anblick des Wetters alles wieder in Butter – strahlend blauer Himmel, genau das richtige Wetter, um mein gestecktes Ziel: 155km in 04:30h, zu realisieren. Nach frühzeitiger und entspannter Anfahrt mit einem Lied auf den Lippen, kam ich kurz nach 07:00h in HH an. In aller Ruhe habe ich mein Rad zusammengebaut, mich fertig angezogen und hatte sogar noch genügend Muse um meinen Lieblingsbaum ausgiebig zu begießen… Jetzt nur noch die RR-Schuhe anziehen, dann kann`s losgehen… Doch wo waren die Schuhe? Innerhalb weniger Sekunden wurde aus der stoischen Ruhe, „Hektik hoch 3“. Die Schuhe waren trotz 3xmaliger Durchsuchung des Autos nicht aufzufinden und so langsam dämmerte mir, wo sie standen. Der darauf folgende Wutschrei schallte noch sekundenlang durch die Häuserschluchten Hamburgs. Das Ganze, was vorher in Superslowmotion abgelaufen war, ging nun rasend schnell rückwärts (Rad auseinander bauen, verstauen, etc…). Um ca. 07:15 raste ich wieder zurück nach Nenndorf, spurtete ins Haus, holte meine Schuhe (die ja schon bereit lagen), raste zurück nach HH (Schumi lässt grüßen, aber hoffentlich grüßt die Polizei im Nachhinein nicht noch mit irgendwelchen Knöllchen…) und war kurz vor 08:00, also ca. 10 Minuten vor meinem offiziellen Starttermin wieder in HH und somit noch rechtzeitig zum Start… Da wir erst um 08:16 starteten hatte ich sogar noch genügend Zeit, um meinen Adrenalinspiegel wieder auf einen normalen Pegel zu bekommen.

Das Rennen an sich, lief die ersten 100km super. Ich lag voll in meinem Zeitplan und wollte dann das letzte Drittel noch richtig Gas geben. Doch dann kam der zweite Schocker. Bei ca. km 110 fuhr ein älterer Mann (kein Cyclassics Fahrer) auf der rechten Straßenseite offensichtlich spazieren. Als wir fast auf seiner Höhe waren, machte er einen Linksschwenk und wollte wahrscheinlich noch schnell die Straße queren, mit dem Ergebnis, dass 6 aus unserer Gruppe (einschließlich mir) näheren Kontakt mit dem Asphalt bekamen. Nachdem wir unsere 7 Sachen zusammen gesucht und uns wieder soweit sortiert hatten, ging`s mehr oder weniger lädiert weiter. Mich hatte es auf die rechte Seite gelegt, wobei ich einige Tapete lassen musste. Im Laufe der Weiterfahrt merkte ich, dass mein rechtes Knie doch mehr abbekommen hatte, wie es sich anfangs anfühlte, also ging es die nächsten ca. 40 km hauptsächlich mit Linksantrieb weiter…
In Wedel der nächste Aufreger. Ein Fahrer vor uns warf einem Kind, das am Straßenrand nach einer Flasche gerufen hatte, seine Trinkflasche zu. Diese knallte gegen den Bordstein und wurde von dort wieder ca. 1 m auf die Fahrbahn zurückgeschleudert. Der Junge sprang, total auf die Flasche fixiert, auf die Straße und mit viel Glück konnten die ersten unserer Gruppe ausweichen, aber direkt hinter uns hörte man es knallen. Dieses Mal hatten wir Glück… Gott gibt, Gott nimmt.
In Blankenese gab es dann doch noch den einen oder anderen Anstieg, den ich dann aber doch relativ easy packte, da ich mein rechtes Knie inzwischen wieder „rund gefahren“ hatte. Die letzten km ging`s dann relativ entspannt in Richtung Ziel, wo ich dann meinen ganzen Frust mit einem 400-500m langen Endspurt loswerden konnte…
Trotz allem, kam ich nach gut 04:41h, mit einem 33,62-er Schnitt relativ entspannt im Ziel an. Auf der einen Seite bin ich froh, dass ich außer einigen neuen „Tattoos“, soweit gesund angekommen bin, aber auf der anderen Seite doch auch ärgerlich, zumal ich gut drauf war und wesentlich mehr drin gewesen wäre. Ich werde also die 04:30h nächstes Jahr wieder in Angriff nehmen.
Insgesamt fand ich die Strecke in Richtung Wedel nicht gerade prickelnd. Wir hatten teilweise starken Gegenwind und niemand wollte im Wind fahren. So fuhren wir teilweise sogar km-lang mit gerade mal einem 22-23er Schnitt. Für mich war das gut, denn so konnte ich das Knie etwas schonen. Erst als es wieder Richtung HH ging, wurde die Streckenführung interessanter, aber insgesamt finde ich die Südschleife besser…
Dies von meiner Seite und ich hoffe bei den anderen ist alles entspannter und trotzdem erfolgreich abgelaufen…